ROCK'n'RÜTZEL

Wenn ich Euch nerve, habts Ihr keine Nerven.

Category: Aus der Tiefe des Traumes

Aus der Tiefe des Traumes (29.3.2017)

Ich bin zusammen mit Stefanie Sargnagel auf einem nicht näher zu identifizierenden, aber deutlich alpenländischen Volksfest. Zum Spaß öffnet sie das Gatter der ausgestellten Preisbullen. Die frei gelassenen Stiere trampeln sofort Stände nieder, pieksen Festbesucher mit ihren spitzen Hörnern und sorgen für Chaos und Geschrei. Ich bin ärgerlich, weil ich mir eigentlich noch eine neue Erntekrone kaufen wollte, um sie beim Sonntagsfrühstück zu tragen. Stefanie Sargnagel heitert mich dann aber mit dem Hinweis auf, „da hinten“ stünde noch eine intakte Verkaufsbude, die wir statt dessen besuchen könnten: „Sie verkaufen Handys aus Wurst!“

Aus der Tiefe des Traumes (24.2.2017)

In der Nacht vor der Eröffnung einer neuen, fiebrig erwarteten Damien-Hirst-Ausstellung breche ich in das Museum ein, entwende ihr key piece (präpariertes, in lachsschinkendünne Scheibchen geschnittenes und an einem Nylonfaden aufgefädeltes Nilpferd), indem ich es mit einem Konstrukt aus mehreren rollbaren Ikea-Kleiderstangen abtransportiere, und ersetze es durch einen von mir extrem lieblos ausgestopften Truthahn mit winzigen Uggboots an den Füßen. Wurde dann extrem spannend, weil die Ermittlungen überraschend gut vorangingen. Hirst war das Ganze eigentlich egal, er fand meinen Truthahn nämlich viel besser.

Aus der Tiefe des Traumes (2.4.2016)

ich bin dringendste Verdächtige in einem Mordfall, weil am Tatort mein „Schlecht“-Stempel gefunden wurde, blutverschmiert. Das Verhör ist lang und zäh.
Ich: Naja, aber ich könnte den ja auch irgendwo anders verloren haben, ohne es zu merken.
Kommissar: Sehr unglaubwürdig, jeder weiß, wie sehr Sie es lieben, schlechte Dinge zu stempeln.

Aus der Tiefe des Traumes (21.3.2016)

Weil das Internet kaputt ist und der Bildredakteur keine Fotos von Mario Götze finden kann, auf denen die Haare schön sind, soll ich schnell losfahren und ein paar Porträts schießen. Leider stellt Götze sich beim Posieren nicht sehr gut an, und auf jedem, wirklich jedem Foto sieht er aus wie ein extrem verzagter Dawson Leery. Die Ähnlichkeit zwischen beiden sei mir noch gar nicht aufgefallen, aber tatsächlich passe die Handlung von „Dawson’s Creek“, dieses Erst-umworben-dann-verschmäht-werden von einem Menschen mit haselmausartigem Äußeren als Metapher ja auch super auf das, was er, Götze, gerade beim FC Bayern durchmache. Ach was, sagt Götze, er sitze ja gar nicht selbst auf der Bank, das sei nur ein Hologramm. Er selbst sitze während der Spiele immer am dann ausgestorbenen Chiemsee und verzehre in einem Café behaglich einen Windbeutelschwan.

Aus der Tiefe des Traumes (31.12.2015)

Mit der Post kommt überraschend ein riesiges Paket: Eine monströse Leder-Applikation zum Aufbügeln, der Namensschriftzug des Public-Enemy-Rappers und Uhrenliebhabers Flavor Flav. Ich habe etwas Schwierigkeiten, den großen Karton in meine Wohnung zu schleppen, denn ich wohne inzwischen im hohlen Inneren der Gewürzetheke meines Supermarktes, was schlimmer klingt, als es ist, weil es von innen sehr viel größer ist, als es von außen aussieht. Mein bester Freund ist ein zahmer Hamster namens Phil, er wohnt nicht weit entfernt im Käseregal, und zwar hinter den knallgelben, abgepackten Stücken des „Slimani-Käse“.

Aus der Tiefe des Traumes (20.12.2015)

Ich muss eine Artikelserie über beliebte Entertainer im Fischreich schreiben, ALLES hängt für mich davon ab, dass diese Reihe ein Erfolg wird. Leider fallen mir nur zwei Beispiele ein: Stefan Raal und Rudi Forell. Ich versuche, mich in eine längliche Abhandlung über die beliebteste TV-Serie aller Fische zu retten: „Unser Lehrer Doktor Hecht“.

Aus der Tiefe des Traumes (18.12.2015)

Jürgen Klopp kommt als Trainer zurück zum BVB Dortmund – unter der Bedingung, dass der Verein offiziell in eine Religionsgemeinschaft umformiert wird. So geschieht es, und ich bin in einem sehr großen Stadion bei der ersten Messe dabei. Klopp kommt in einem Ministrantengewand (lila Rock, was bekanntlich auf Fastenzeit hindeutet) auf eine eilig hingezimmert wirkende Bühne, begleitet von einem festlich angetanen Pfarrer: Es ist Andreas Bourani, der zusammen mit Klopp anfängt, eine schief umgedichtete Version von „Fest soll mein Taufbund immer stehen“ zu singen; „Fest soll meine Freistoßmauer immer stehen“. Das ist sowohl rhythmisch als auch metaphorisch eine Beleidigung, außerdem ist der „Taufbund“ eines meiner liebsten Kirchenlieder, und ich gerate sofort in feinste Pöbellaune. Ich beginne dann einen ausführlichen Brüllstreit mit einer BVB-Anhängerin: ich verhöhne sie, weil im gespenstisch leeren Stadion nur sieben BVB-Anhänger der Messe folgen. Sie hält erbittert dagegen: Sie habe gezählt, und es seien neun. Ich gehe vor dem Schlusssegen.

Aus der Tiefe des Traumes (14.11.2015)

Für ein Schickimicki-Hochglanz-Frauenmagazin muss ich KIZ und Jon Hamm zusammen interviewen, Thema: Style in Deutschland. Während Hamm ausführlich und fast streberhaft antwortet, machen KIZ nur hamsterhafte Quietschgeräusche, zudem merke ich etwa in der Mitte des Interviews, dass es sich um ausgesprochen schludrig ausgewählte Doppelgänger handelt. Macht nichts, sagt der Chefredakteur, beschließt dann aber doch, statt des Interviews lieber eine 10-seitige Fotostrecke zu drucken, die Fake-KIZ und Hamm bei der Zubereitung eines Salade Nicoise zeigt. Ersatzweise soll ich das Style-Interview mit dem Baubürgermeister der Stadt führen, der gerade wegen diverser verschleppter Projekte in der Kritik steht. Der allerdings knallt mir die Bürotüre vor der Nase zu: „Geschmacklos!“, findet er. Jon Hamm verrät mir zum Trost ein Geheimnis, das ich drucken könne und das noch niemand von ihm weiß: „Ich trinke unheimlich gern Traubensaft.“

Aus der Tiefe des Traumes (28.3.2015)

Manuel Neuer gibt mir eine Führung durch sein Elternhaus. Höhepunkt und Endstation: Ein Zimmer mit Tropenpflanzen, in dem der offensichtlich tote Papagei „Schlafi“ lebt. Neuer behauptet hartnäckig, das Tier „döse nur“, und streichelt begeistert den schon recht zerfledderten Kadaver. Wir streiten kurz über den Zustand des Vogels, müssen dann aber leise sein, damit seine Mutter nichts hört.

Aus der Tiefe des Traumes (11.3.2015)

Ich muss mal wieder mein Abitur nachmachen, weil es da wohl irgendwelche Unregelmäßigkeiten gibt und ich versehentlich 5 Monate nicht in die Schule gegangen bin. Dieses Mal sind die Fächer Deutsch und, ein Abi-Traum-Klassiker, Mathe dran. In Deutsch muss ich einen zehnseitigen Essay zum Thema „Lieder über Frösche“ abliefern, ich schinde ziemlich viel Platz durch ausführliche Auslassungen zu mit einem obskuren Kinderlied, dessen Refrain ungefähr so geht: „Qu-ak, quak, quak, qu-ak, quak, quak/ Qu-ak, quak, quak, quak, quak, quak“. Als Ende zimmere ich noch irgendwas rührendes über Kermits „It’s not easy bein‘ green“ hintendran, fertig ist die Laube. Das Thema meiner Mathe-Klausur lautet überraschenderweise: „Legale Implikationen exzentrischer Hochzeitsbräuche“. Glücklicherweise kann ich, anders als bei meinem echten Abi, aufs Klo gehen und googeln.