ROCK'n'RÜTZEL

Wenn ich Euch nerve, habts Ihr keine Nerven.

Aus der Tiefe des Traumes (20.12.2015)

Ich muss eine Artikelserie über beliebte Entertainer im Fischreich schreiben, ALLES hängt für mich davon ab, dass diese Reihe ein Erfolg wird. Leider fallen mir nur zwei Beispiele ein: Stefan Raal und Rudi Forell. Ich versuche, mich in eine längliche Abhandlung über die beliebteste TV-Serie aller Fische zu retten: „Unser Lehrer Doktor Hecht“.

Aus der Tiefe des Traumes (18.12.2015)

Jürgen Klopp kommt als Trainer zurück zum BVB Dortmund – unter der Bedingung, dass der Verein offiziell in eine Religionsgemeinschaft umformiert wird. So geschieht es, und ich bin in einem sehr großen Stadion bei der ersten Messe dabei. Klopp kommt in einem Ministrantengewand (lila Rock, was bekanntlich auf Fastenzeit hindeutet) auf eine eilig hingezimmert wirkende Bühne, begleitet von einem festlich angetanen Pfarrer: Es ist Andreas Bourani, der zusammen mit Klopp anfängt, eine schief umgedichtete Version von „Fest soll mein Taufbund immer stehen“ zu singen; „Fest soll meine Freistoßmauer immer stehen“. Das ist sowohl rhythmisch als auch metaphorisch eine Beleidigung, außerdem ist der „Taufbund“ eines meiner liebsten Kirchenlieder, und ich gerate sofort in feinste Pöbellaune. Ich beginne dann einen ausführlichen Brüllstreit mit einer BVB-Anhängerin: ich verhöhne sie, weil im gespenstisch leeren Stadion nur sieben BVB-Anhänger der Messe folgen. Sie hält erbittert dagegen: Sie habe gezählt, und es seien neun. Ich gehe vor dem Schlusssegen.

Aus der Tiefe des Traumes (14.11.2015)

Für ein Schickimicki-Hochglanz-Frauenmagazin muss ich KIZ und Jon Hamm zusammen interviewen, Thema: Style in Deutschland. Während Hamm ausführlich und fast streberhaft antwortet, machen KIZ nur hamsterhafte Quietschgeräusche, zudem merke ich etwa in der Mitte des Interviews, dass es sich um ausgesprochen schludrig ausgewählte Doppelgänger handelt. Macht nichts, sagt der Chefredakteur, beschließt dann aber doch, statt des Interviews lieber eine 10-seitige Fotostrecke zu drucken, die Fake-KIZ und Hamm bei der Zubereitung eines Salade Nicoise zeigt. Ersatzweise soll ich das Style-Interview mit dem Baubürgermeister der Stadt führen, der gerade wegen diverser verschleppter Projekte in der Kritik steht. Der allerdings knallt mir die Bürotüre vor der Nase zu: „Geschmacklos!“, findet er. Jon Hamm verrät mir zum Trost ein Geheimnis, das ich drucken könne und das noch niemand von ihm weiß: „Ich trinke unheimlich gern Traubensaft.“

Aus der Tiefe des Traumes (28.3.2015)

Manuel Neuer gibt mir eine Führung durch sein Elternhaus. Höhepunkt und Endstation: Ein Zimmer mit Tropenpflanzen, in dem der offensichtlich tote Papagei „Schlafi“ lebt. Neuer behauptet hartnäckig, das Tier „döse nur“, und streichelt begeistert den schon recht zerfledderten Kadaver. Wir streiten kurz über den Zustand des Vogels, müssen dann aber leise sein, damit seine Mutter nichts hört.

Aus der Tiefe des Traumes (11.3.2015)

Ich muss mal wieder mein Abitur nachmachen, weil es da wohl irgendwelche Unregelmäßigkeiten gibt und ich versehentlich 5 Monate nicht in die Schule gegangen bin. Dieses Mal sind die Fächer Deutsch und, ein Abi-Traum-Klassiker, Mathe dran. In Deutsch muss ich einen zehnseitigen Essay zum Thema „Lieder über Frösche“ abliefern, ich schinde ziemlich viel Platz durch ausführliche Auslassungen zu mit einem obskuren Kinderlied, dessen Refrain ungefähr so geht: „Qu-ak, quak, quak, qu-ak, quak, quak/ Qu-ak, quak, quak, quak, quak, quak“. Als Ende zimmere ich noch irgendwas rührendes über Kermits „It’s not easy bein‘ green“ hintendran, fertig ist die Laube. Das Thema meiner Mathe-Klausur lautet überraschenderweise: „Legale Implikationen exzentrischer Hochzeitsbräuche“. Glücklicherweise kann ich, anders als bei meinem echten Abi, aufs Klo gehen und googeln.

Erkennen Sie die Filmografie? – Für Foodie-Cineasten-Rätselfüchse!

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Shakes of Grey (1/50)

Frauenbeschau 101

„Deutschlands schönste Frau“, „Der Bachelor“, „Germanys next Topmodel“ – man kommt ja ganz durcheinander bei den ganzen Prachthuhnschauen, die gerade im Fernsehen laufen. Hier eine hilfreiche Infografik.

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Aus der Tiefe des Traumes (10.2.2015)

Ich interviewe Benedict Cumberbatch in einer Kläranlage. Mittendrin stößt er mich empört in ein Schlammbecken, weil er es leid ist, dauernd nach seinen Wangenknochen gefragt zu werden. Nachdem ich schnaubend wieder aus dem Becken geklettert bin, sehe ich ihn etwas abseits plaudernd mit anderen Journalisten am Beckenrand stehen. Ich schleiche mich sherlockartig an und stoße ihn seinerseits in die Gülle. Kochend vor Wut taucht er wieder auf: Er ist wirklich sauer, weil es doch allgemein bekannt sei, dass es während der Berlinale in der ganzen Stadt keine freien Duschen gebe.

Aus der Tiefe des Traumes (3.2.2015)

Der Moderator der Quizsendung „Wer wird Millionär?“ erzählt mir beim Kaffeetrinken, dass er gerne in Mülltonnen schlafe. Das klinge erst einmal komisch, sagt er: „Aber es ist überraschend bequem.“

Aus der Tiefe des Traumes (2.2.2015)

Ich nehme einen alten, armen Hund, den ich auf der Webseite eines ungarischen Tierheims entdeckt habe, an der ausgemachten Abholstelle in Empfang. Allen anderen neuen Hundebesitzern reicht man einwandfreie Tiere aus dem Transporter, mein Hund ist als letzter dran – und klein wie ein Goldhamster. Bei näherer Begutachtung stelle ich außerdem fest, dass er aus Knetmasse besteht. Ich beschwere mich bei den Transportbegleitern, die unschuldig tun und behaupten, Größe und Material des Hundes hätte man genau so auf dem Foto der Suchannonce erkennen können. Ich fahre mit meinem Knethund nach Hause und weine mich bitterlich bei Freunden aus. Sie haben keinerlei Mitleid: Wer sich auf Internetkontaktanzeigen einließe, müsse doch wissen, dass da nur gelogen wird.